Wie viel Wachs benötige ich?

Die benötigte Wachsmenge hängt nicht vom Fassungsvermögen des Glases, sondern von dessen Form und dem gewünschten Füllstand ab.

So ermitteln Sie die benötigte Wachsmenge:

  1. Füllen Sie Ihr Kerzenglas mit Wasser bis zur gewünschten Füllhöhe.
  2. Wiegen Sie das Wasser auf einer Küchenwaage.
  3. Ziehen Sie etwa 15–20 % vom Gewicht ab oder multiplizieren Sie das Wassergewicht mit 0,82.

So erhalten Sie die benötigte Wachsmenge sehr genau.

Beispiel:

  • Wassergewicht: 180 g
  • 180 × 0,82 = ca. 148 g Wachs

Bei einem klassischen 200-ml-Kerzenglas werden in der Regel 140–160 g Wachs benötigt.


Welchen Docht benötige ich?

Die Wahl des richtigen Dochtes ist entscheidend für eine saubere Verbrennung.

Dabei kommt es hauptsächlich auf den Innendurchmesser des Kerzenglases an.

Ein zu kleiner Docht führt dazu, dass die Kerze tunnelt und nicht bis zum Rand abbrennt. Ein zu großer Docht erzeugt eine zu hohe Flamme, verbraucht das Wachs schneller und kann zu Rußbildung führen.

Für besonders große Kerzen empfehlen sich zwei oder sogar drei Dochte.


Wie viel Duftöl darf verwendet werden?

Jede Wachsart besitzt eine maximale Duftaufnahme.

Wachs

Maximale
Duftaufnahme

Sojawachs

bis 10 %

Rapswachs

bis 10 %

Olivenwachs

bis 10 %

Kokoswachs

bis 12 %

Beispiel

  • 100 g Wachs = maximal 10 g Duftöl
  • 250 g Wachs = maximal 25 g Duftöl
  • 500 g Wachs = maximal 50 g Duftöl

Diese Angaben stellen den Maximalwert dar. Bereits 5–8 % Duftöl reichen häufig aus, um eine angenehme Duftintensität zu erzielen. Die optimale Menge hängt vom verwendeten Duftöl sowie vom persönlichen Geschmack ab.


Warum sollte das Glas vorgewärmt werden?

Das Vorwärmen des Kerzenglases auf etwa 50–60 °C verhindert Temperaturschocks zwischen heißem Wachs und kaltem Glas.

Dadurch werden:

  • Haftungsprobleme reduziert,
  • Luftblasen vermieden,
  • Frosting minimiert,
  • eine gleichmäßige Oberfläche erzielt.

Warum muss die Kerze mindestens 48 Stunden ruhen?

Nach dem Gießen benötigt das Wachs Zeit zum vollständigen Kristallisieren.

Während dieser Zeit:

  • verteilt sich das Duftöl gleichmäßig,
  • verbessert sich die Duftabgabe,
  • erhöht sich die Brenndauer,
  • entsteht ein gleichmäßiger Schmelzpool.

Für hochwertige Duftkerzen empfehlen viele Hersteller sogar eine Reifezeit von 5 bis 14 Tagen, bevor die Kerze erstmals angezündet wird.


Häufige Fehler bei der Kerzenherstellung

Die Kerze tunnelt

Ursachen:

  • Docht zu klein
  • Kerze beim ersten Anzünden nicht lange genug brennen lassen

Oberfläche reißt ein

Mögliche Ursachen:

  • Wachs zu heiß gegossen
  • Behälter nicht vorgewärmt
  • Raumtemperatur zu niedrig

Die Kerze rußt

Mögliche Ursachen:

  • Docht zu groß
  • Docht nicht regelmäßig auf etwa 5 mm gekürzt
  • Zugluft

Duft ist kaum wahrnehmbar

Mögliche Ursachen:

  • Duftöl bei zu hoher Temperatur eingerührt
  • Zu geringe Duftmenge
  • Zu kurze Reifezeit

Sicherheitshinweise

  • Wachs niemals unbeaufsichtigt schmelzen.
  • Verwenden Sie möglichst ein Wasserbad oder einen speziellen Wachsschmelzer.
  • Erhitzen Sie Wachs nicht über 85 °C.
  • Kinder und Haustiere vom heißen Wachs fernhalten.
  • Tragen Sie bei Bedarf hitzebeständige Handschuhe.

Unser Tipp

Für ein perfektes Ergebnis sollten Wachs, Docht und Duftöl immer aufeinander abgestimmt sein. Bereits kleine Änderungen beim Docht oder bei der Duftmenge können das Brennverhalten deutlich beeinflussen.

Mit hochwertigen Naturwachsen wie Soja-, Raps-, Kokos- oder Olivenwachs sowie den passenden Dochten und Duftölen gelingen langlebige, gleichmäßig abbrennende und angenehm duftende Kerzen mit professioneller Qualität.

Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Herstellung Ihrer eigenen Kerzen!